Vetmedin® Chew 1,25mg/2,5mg/5mg/10mg Kautabletten für Hunde
< zurück zur Übersicht

Vetmedin® Chew 1,25mg/2,5mg/5mg/10mg Kautabletten für Hunde

Kautabletten zur Behandlung der kongestiven Herzinsuffizienz beim Hund, hervorgerufen durch eine dilatative Kardiomyopathie oder durch Klappeninsuffizienz

Vetmedin® Chew

Vetmedin® Chew

GEBRAUCHSINFORMATION

1. NAME UND ANSCHRIFT DES ZULASSUNGSINHABERS UND, WENN UNTERSCHIEDLICH, DES HERSTELLERS, DER FÜR DIE CHARGENFREIGABE VERANTWORTLICH IST


Zulassungsinhaber:
Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH 55216 Ingelheim/Rhein
Deutschland
Für die Chargenfreigabe verantwortlicher Hersteller: Lavet Pharmaceuticals Ltd.,
Kistarcsa, 2143 Batthyány u. 6. Ungarn


2. BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS


Vetmedin Chew 1,25 mg Kautabletten für Hunde, Vetmedin Chew 2,5 mg Kautabletten für Hunde, Vetmedin Chew 5 mg Kautabletten für Hunde, Vetmedin Chew 10 mg Kautabletten für Hunde


Pimobendan


3. WIRKSTOFF UND SONSTIGE BESTANDTEILE


Eine Kautablette enthält: Pimobendan 1,25 mg
Pimobendan 2,5 mg
Pimobendan 5 mg
Pimobendan 10 mg
Bräunliche, ovale, teilbare Tablette mit Bruchrillen auf beiden Seiten. Die Tablette kann in zwei gleiche Hälften geteilt werden.


4. ANWENDUNGSGEBIET(E)


Zur Behandlung der kongestiven Herzinsuffizienz beim Hund, hervorgerufen durch eine dilatative Kardiomyopathie oder durch Klappeninsuffizienz (Mitralklappen- und/oder Trikuspidalklappen- Regurgitation).
(Siehe auch Abschnitt „Dosierung, Art und Dauer der Anwendung“).
Zur Behandlung der dilatativen Kardiomyopathie im präklinischen Stadium (asymptomatisch mit
Zunahme des linksventrikulären endsystolischen und enddiastolischen Durchmessers) bei Dobermann
Pinschern nach echokardiographischer Abklärung der Herzerkrankung (siehe Abschnitt „Besondere
Warnhinweise“ und „Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren“).
Zur Behandlung von Hunden mit Mitralklappenendokardiose (MMVD) in der präklinischen Phase
(asymptomatisch mit einem systolischen Herzgeräusch und nachweislich vergrößertem Herzen), um
das Auftreten klinischer Symptome der Herzinsuffizienz zu verzögern (siehe Abschnitt „Besondere
Warnhinweise“ und „Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren“).


5. GEGENANZEIGEN


Pimobendan nicht anwenden bei hypertrophen Kardiomyopathien oder bei Erkrankungen, bei denen
eine Verbesserung des Herzauswurfvolumens aus funktionellen oder anatomischen Gründen nicht
erzielt werden kann (z. B. Aortenstenose).
Da Pimobendan vorwiegend über die Leber verstoffwechselt wird, sollte es nicht bei Hunden mit
schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion angewendet werden (siehe auch Abschnitt „Trächtigkeit
und Laktation“).


6. NEBENWIRKUNGEN


In seltenen Fällen können eine leichte positiv chronotrope Wirkung (Herzfrequenzerhöhung) sowie
Erbrechen auftreten. Diese Effekte sind aber dosisabhängig und können durch Dosisreduktion
vermieden werden.
In seltenen Fällen wurden vorübergehend Diarrhoe, Anorexie und Lethargie beobachtet.
Nach Langzeitbehandlung mit Pimobendan wurde in seltenen Fällen bei Hunden mit
Mitralklappeninsuffizienz eine Zunahme der Mitralklappen-Regurgitation beobachtet.
Obwohl ein Zusammenhang mit Pimobendan nicht eindeutig nachgewiesen wurde, können während
der Behandlung in sehr seltenen Fällen Anzeichen von Auswirkungen auf die primäre Hämostase
(Petechien auf Schleimhäuten, subkutane Blutungen) beobachtet werden. Diese Anzeichen bilden sich
nach Absetzen der Behandlung wieder zurück.
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert:
- Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)
- Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)
- Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)
- Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10.000 behandelten Tieren)
- Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschließlich Einzelfallberichte).
Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei
Ihrem Tier feststellen oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie
diese bitte Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.


7. ZIELTIERART(EN)


Hund


8. DOSIERUNG FÜR JEDE TIERART, ART UND DAUER DER ANWENDUNG


Zur Gewährleistung einer korrekten Dosierung ist das Körpergewicht vor der Behandlung genau zu
ermitteln.
Ein Dosierungsbereich von 0,2 mg bis 0,6 mg Pimobendan/kg Körpergewicht, verteilt auf zwei Dosen
täglich, sollte eingehalten werden.
Die empfohlene Tagesdosis beträgt 0,5 mg Pimobendan/kg Körpergewicht, verteilt auf zwei Dosen
täglich.
Dies entspricht:
Einer 1,25 mg Kautablette morgens und einer 1,25 mg Kautablette abends bei einem Körpergewicht
von 5 kg.
Einer 2,5 mg Kautablette morgens und einer 2,5 mg Kautablette abends bei einem Körpergewicht von
10 kg.
Einer 5 mg Kautablette morgens und einer 5 mg Kautablette abends bei einem Körpergewicht von 20
kg.
Einer 10 mg Kautablette morgens und einer 10 mg Kautablette abends bei einem Körpergewicht von
40 kg.
Pimobendan wird oral eingegeben. Pimobendan sollte ca. 1 Stunde vor dem Füttern eingegeben
werden.
Pimobendan kann auch in Kombination mit einem Diuretikum, z. B. Furosemid, eingesetzt werden.


9. HINWEISE FÜR DIE RICHTIGE ANWENDUNG


Die empfohlene Dosis soll nicht überschritten werden.
Um eine dem Körpergewicht entsprechende Dosierungsgenauigkeit zu ermöglichen, kann die
Kautablette an der vorgegebenen Bruchrille halbiert werden.


10. WARTEZEIT


Nicht zutreffend.


11. BESONDERE LAGERUNGSHINWEISE


Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Nicht über 25 °C lagern.
Geteilte Tabletten sollen wieder in die geöffnete Blistertasche zurückgegeben und in der
Pappschachtel aufbewahrt werden.
Haltbarkeit der geteilten (halbierten) Tabletten nach dem Öffnen der Blisterpackung: 3 Tage.
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nach
„Verwendbar bis“ bzw. „EXP“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten
Tag des Monats.


12. BESONDERE WARNHINWEISE


Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart:
Das Tierarzneimittel wurde nicht bei asymptomatischer dilatativer Kardiomyopathie (DCM) an
Dobermann Hunden mit Vorhofflimmern oder anhaltender ventrikulärer Tachykardie erprobt.
Das Tierarzneimittel wurde nicht an Hunden mit asymptomatischer Mitralklappenendokardiose und
ausgeprägter supraventrikulärer und/oder ventrikulärer Tachyarrhythmie erprobt.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Bei Hunden mit bestehendem Diabetes mellitus sollte während der Behandlung eine regelmäßige
Blutzuckerkontrolle durchgeführt werden.
Für die Anwendung im präklinischen Stadium der dilatativen Kardiomyopathie (asymptomatisch mit
Zunahme des linksventrikulären endsystolischen und enddiastolischen Durchmessers) sollte eine
Diagnosestellung mittels einer umfassenden Herzuntersuchung (inkl. echokardiographischer
Untersuchung und evtl. Holter-Monitoring) erfolgen.
Bei Anwendung in der präklinischen Phase der Mitralklappenendokardiose (Stadium B2, nach
ACVIM Konsensus: asymptomatisch mit Herzgeräusch >3/6 und Kardiomegalie durch MMVD),
sollte die Diagnose anhand einer umfassenden klinischen und kardialen Untersuchung gestellt werden,
gegebenenfalls einschließlich Echokardiographie oder Röntgenuntersuchung.
Bei mit Pimobendan behandelten Tieren sollten regelmäßige Kontrollen der Herzfunktion und
Herzmorphologie durchgeführt werden.
(Siehe auch Abschnitt „Nebenwirkungen“).
Da die Tabletten aromatisiert sind, sollten sie außer Reichweite von Tieren aufbewahrt werden, um
einer versehentlichen Einnahme vorzubeugen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Bei versehentlicher Einnahme ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage
oder das Etikett vorzuzeigen.
Hände nach der Eingabe waschen.
Hinweis für Ärzte: Insbesondere bei einem Kind kann die versehentliche Einnahme zum Auftreten
von Tachykardie, orthostatischer Hypotonie, anfallsartiger Gesichtsrötung (Flush) und Kopfschmerzen
führen.
Trächtigkeit und Laktation:
Laboruntersuchungen an Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf teratogene oder
fetotoxische Wirkungen. Allerdings ergaben diese Untersuchungen bei hohen Dosen Hinweise auf
maternotoxische und embryotoxische Wirkungen. Ferner zeigten diese Untersuchungen, dass
Pimobendan in die Milch übergeht. Die Sicherheit des Tierarzneimittels wurde bei trächtigen oder
säugenden Hündinnen nicht untersucht. Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung
durch den behandelnden Tierarzt.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
In pharmakologischen Studien wurde keine Interaktion zwischen dem Herzglykosid Strophanthin und
Pimobendan festgestellt. Der durch Pimobendan induzierte Anstieg der kardialen Kontraktionskraft
wird durch die Calciumantagonisten Verapamil und Diltiazem sowie den Betablocker Propranolol
abgeschwächt.
Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen, Gegenmittel):
Bei Überdosierung kann es zu einer positiv chronotropen Wirkung, Erbrechen, Apathie, Ataxie,
Herzgeräuschen oder Hypotonie kommen. In diesem Fall sollte die Dosis reduziert und eine geeignete
symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
Bei langfristiger Exposition (6 Monate) gesunder Beagles gegenüber dem 3- bzw. 5-Fachen der
empfohlenen Dosis wurden bei manchen Hunden eine Mitralklappenverdickung und eine
linksventrikuläre Hypertrophie beobachtet. Diese Veränderungen waren pharmakodynamischen
Ursprungs.
Inkompatibilitäten:
Keine bekannt.

13. BESONDERE VORSICHTSMAßNAHMEN FÜR DIE ENTSORGUNG NICHT VERWENDETER ARZNEIMITTEL ODER VON ABFALLMATERIALIEN; SOFERN ERFORDERLICH


Deutschland: Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Österreich: Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Tierarzt, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.


14. GENEHMIGUNGSDATUM DER PACKUNGSBEILAGE


Juli 2017


15. WEITERE ANGABEN


Packungsgrößen:
Heiß versiegelter Aluminium/PVC/Aluminium/Polyamid-Blisterstreifen mit 10 Tabletten. Pappschachtel mit 2 Blisterstreifen zu je 10 Tabletten (20 Tabletten)
Pappschachtel mit 5 Blisterstreifen zu je 10 Tabletten (50 Tabletten) Pappschachtel mit10 Blisterstreifen zu je 10 Tabletten (100 Tabletten)
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.


Zulassungsnummern Deutschland:
Vetmedin Chew 1,25 mg Kautabletten für Hunde: Zul.-Nr.: 402197.00.00

Vetmedin Chew 2,5 mg Kautabletten für Hunde: Zul.-Nr.: 402197.01.00

Vetmedin Chew 5 mg Kautabletten für Hunde: Zul.-Nr.: 402197.02.00

Vetmedin Chew 10 mg Kautabletten für Hunde: Zul.-Nr.: 402197.03.00


Zulassungsnummern Österreich:
Vetmedin Chew 1,25 mg Kautabletten für Hunde: Z.Nr.: 836156

Vetmedin Chew 2,5 mg Kautabletten für Hunde: Z.Nr.: 836157

Vetmedin Chew 5 mg Kautabletten für Hunde: Z.Nr.: 836158

Vetmedin Chew 10 mg Kautabletten für Hunde: Z.Nr.: 836159


Falls weitere Informationen über das Tierarzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich bitte mit dem örtlichen Vertreter des Zulassungsinhabers in Verbindung.