infektionen und deren abwehr

Infektion im Allgemeinen

Wird die unspezifische Abwehr geschwächt, zum Beispiel durch eine Virusinfektion oder ungünstige klimatische Einflüsse, können sich in der Folge Bakterien in der Lunge festsetzen und ihre Schadwirkung entfalten. Im Allgemeinen übernehmen Viren eine Wegbereiterfunktion für sekundäre bakterielle Infektionen, durch die der weitere Verlauf der Erkrankung kompliziertund wesentlich bestimmt wird.  Andererseits kommen auch rein bakterielle Infektionen vor. Beim gesunden Tier befördert das Flimmerepithel wie ein Fließband Fremdkörper (Staub, eingedrungene Keime) und Zellteile mit dem dünnflüssigen Schleim aus den Atemwegen heraus. Bei einer viralen Infektion werden die Flimmerhärchen quasi abrasiert, so dass diese Funktion nicht mehr erfüllt werden kann. Die Reizung der Bronchialschleimhaut durch Viren, Bakterien oder unbelebte reizende Faktoren (Staub, Schadgase etc.) bewirkt zunächst eine verstärkte Sekretion von dünnflüssigem Bronchialschleim. Im Verlauf der Erkrankung wird das Sekret zunehmend zähflüssiger und bildet so einen idealen Nährboden für Bakterien. Die Reinigungsfunktion des Flimmerepithels wird durch den zähflüssigen Schleim stark eingeschränkt. Körpereigene Abwehrstoffe verbleiben im zähen Bronchialschleim und können ihre Abwehrfunktion nicht mehr ausüben.

die physikalische reinigung

  • Husten
  • Abhusten von Schleim
  • Abtransport der Erreger mit dem Schleim über die Flimmerhärchen
  • Abtransport über Lymph- bzw. Blutgefäßsystem

das körpereigene immunsystem (erregerabtötung)

  • Makrophagen (Fresszellen)
  • Erreger lagern sich an, werden aufgenommen, abgetötet und verdaut
  • Verhinderung der Anhaftung der Erreger an den Epithelzellen der luftleitenden Wege
  • Wachstumshemmung von Bakterien (Bakteriostase)
  • Absterben und Auflösen von Bakterien (Bakteriolyse)

stadien

Mit zunehmendem Schweregrad der Erkrankung können nachfolgende Stadien beobachtet werden:

Interstitielle** und katarrhalische* Bronchopneumonie

  • Entzündung der Nasenschleimhaut, Luftröhre und Bronchien
  • Leicht verlaufende Erkrankung der Bronchien unter Absonderung von wässrigemSchleim
  • Dauer: ca. 4 Tage – gute Heilungsaussichten bei optimalen Haltungsbedingungen und rechtzeitiger gezielter Behandlung

Katarrhalische* bis eitrige Bronchopneumonie

  • Die Entzündung setzt sich bis in die Alveolen fort. Der Schleim ist wässrig bis zähflüssig und kann auch eitrig sein.
  • u. U. chronische Überblähung der Lunge, gestörte Herz-Kreislauf-Funktion
  • Dauer: ca. 7 Tage – Heilung ist möglich, erfordert aber eine intensive Therapie

Fibrinöse*** Pleuropneumonie

  • Mit Fibrinbildung einhergehende Entzündung von Lungenläppchen oder ganzer Lungenlappen einschließlich Lungenfell
  • Diese Form ist häufig die Folge einer nicht adäquat behandelten katarrhalischen Bronchopneumonie.
  • Dauer und Heilung: meist keine Heilung, häufig Kümmerer oder tödlicherAusgang

* Katarrhalisch – gesteigerte Absonderung wässrigen oder dünnflüssigen Sekrets

** Interstitium – Zwischengewebe

*** Fibrin – Blutfaserstoff, Faserprotein bei Blutgerinnung

ATEMWEGSERKRANKUNGEN BEI RINDERN

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