Ektoparasiten

thelazia gulosa und thelazia skrjabini

Die Aufgenwürmer des Rindes                                                      

Aussehen: Weißliche, 0,5 – 2 cm lange Würmer, vorkommend im Tränennasenkanal, Tränendrüsengänge oder Bindehautsack

Augenwürmer kommen in Europa vor, sind jedoch regional und saisonal unterschiedlich häufig anzutreffen.

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Krankheitsbild und Schadwirkung

Die Würmer verursachen eine Reizung,
gelegentlich auch eine Entzündung der Schleimhäute im Bereich des Auges und der Tränendrüsen. 

Häufig werden nur an einem Auge verstärkter Tränenfluss, schleimig–eitriger Ausfluss, Bindehautentzündung und Schwellung der Lider beobachtet. Auffällig ist die Lichtscheue. Bisweilen ist die Hornhaut entzündet. Die betroffenen Augen werden von Fliegen umschwärmt. Sekundärschäden und sogar Erblindungen können auftreten. In schweren Fällen ist das Allgemeinbefinden gestört. Bei Rindern bleibt ein geringer Befall (<10 Würmer je Auge) häufig unentdeckt.

Thelazien befallen Rinder aller Altersgruppen. Die Ansteckung erfolgt auf der Weide. Befallshäufigkeit und Befallsstärke schwanken in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen und der Dichte der Fliegenpopulation. Sie ist in den Monaten Juli bis September am höchsten. Rinder in den ersten Lebensjahren sind häufiger befallen als ältere.

Erkennung

Die Würmer sind mit dem bloßen Auge zu erkennen, ggf. nach Anheben der Nickhaut. Diese und die Larven lassen sich durch eine Spülung des Auges (Tränengang, Bindehaut) gewinnen und danach mikroskopisch bestimmen.

Bekämpfung

Ein großer Teil der Würmer, kaum aber die Mikrofilarien, lässt sich manuell entfernen. Eine Allgemeinbehandlung
mit geeigneten Mitteln (z. B. Ivermectin Pour-On-Präparate) tötet Würmer und Larven gleichermaßen ab.
Entzündete Augen werden danach symptomatisch behandelt. Eine wirksame Fliegenbekämpfung vermindert das
An steckungsrisiko.


Entwicklungszyklus

Hypoderma bovis

  Die große Dasselfliege des Rindes

Aussehen: 

Dasselfliege: 13 bis 15 mm große Fliege von hummelähnlicher Gestalt, beborstet, mit bräunlichen Flügeln, keine Mundwerkzeuge 

Hautdasseln (Dassellarven): Dunkelbraune bis schwarze, tonnenförmige Larven mit Deckel und Haken

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Krankheitsbild und Schadwirkung

Dassellarvenbefall kommt aufgrund der früher flächendeckend durchgeführten
Bekämpfung in Deutschland nur noch sporadisch vor, bisweilen bei aus Frankreich importierten Rindern.
Beim Befall sind die eigentlichen Krankheitserscheinungen im Verhältnis zu den auftretenden wirtschaftlichen Schäden von untergeordneter Bedeutung. So weisen stark befallene Jungrinder bei der Weidemast um mindestens 30 kg geringere Endgewichte auf.
Wegen der Schäden, die die Larven verursachen, werden geringere Schlachterlöse erzielt, denn der Weg der Larven ist gekennzeichnet durch Gewebszerstörung und Abszesse. Hautschäden verursachen Jahr für Jahr bei der Lederherstellung beträchtliche finanzielle Verluste, da beim Gerben des Leders die Dassellöcher sichtbar werden. Dasselbefall kann auch zu einer geringeren Milchleistung führen.
Das Herannahen der weiblichen Dasselfliegen zur Eiablage beunruhigt durch das charakteristische Anfluggeräusch Rinder auf der Weide und löst panikartige Fluchtversuche aus (Biesen). Folgekrankheiten treten vor allem beim Absterben von Larven auf. Geschieht dies im Wirbelkanal, kann es zur Lähmung der Nachhand kommen.

Erkennung

Etwa von Januar bis Juni treten bei befallenen Tieren, vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule, die charakteristischen, bis taubeneigroßen Dasselbeulen auf, die bei kurzhaarigen Rindern deutlich sichtbar sind. Vor dieser Zeit ist ein Befall mit Dassellarven auch am geschlachteten Tier nur schwierig festzustellen.

Bekämpfung

Grundsätzlich sollte in gefährdeten Gebieten die Bekämpfung vorbeugend im Rahmen der Aufstallbehandlung mit endektozid wirksamen Aufgusspräparaten (z. B. Ivermectin oder Eprinomectin-Präparate) erfolgen.

Die Abdasselung soll nicht in den Monaten Dezember bis März erfolgen, da sich in diesem Zeitraum Wanderlarven im Wirbelkanal befinden, die im Falle der medikamentösen Abtötung Ursache für Lähmungen sein können.


Entwicklungszyklus

psoroptes ovis var. bovis

      Die Saugmilbe des Rindes                              

Aussehen: Erwachsene weibliche Milben werden bis zu 0,8mm, erwachsene männliche bis zu 0,6mm groß. Aufgrund der geringen Größe kann die Psoroptesmilbe mit dem bloßen Auge nur schwer erkannt werden.

Sitz: Die Saugmilben leben auf der Haut des Wirtstieres. Dabei werden vor allem Widerrist, Rückenlinie, seitliche Hals- und Brustwand, Schenkelinnenflächen und der Kopf befallen.

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Krankheitsbild und Schadwirkung

Die Psoroptesräude kommt vor allem in Mastbullenbeständen vor. Oft wird die
Räude durch Zukauf von Jungtieren aus anderen Beständen und besonders durch
importierte Rinder eingeschleppt.

Bereits 3 Wochen nach der Einstallung kann der Befall heftigen Juckreiz, nässende und krustöse Hautveränderungen und später flächenhafte Haarlosigkeit verursachen. Da die Saugmilben zu ihrer Ernährung auf austretende Lymphflüssigkeit angewiesen sind, sehen die veränderten Hautpartien häufig wie mit Lack überzogen aus. Darüber hinaus sind kleieartige Beläge, borkige Hautfalten, blutige Scheuerstellen und Unterhautblutungen zu beobachten. Die Veränderungen strömen einen typischen Geruch aus.

Diese Infektion geht ohne Behandlung auch während der Sommermonate nicht zurück. Im Vordergrund der milbenbedingten Schäden steht vor allem die erhebliche Minderung der Mastleistung, wobei Gewichtsverluste von bis zu 100 kg gegenüber nicht befallenen Tieren auftreten können. Im Extremfall kann es sogar zu Todesfällen kommen.

Sehr bedeutend sind auch die Schäden, die der Lederindustrie erwachsen. Im Verlauf einer Infektion können eitrige Hautentzündungen entstehen, die den Anteil an „Ausschusshäuten” erheblich erhöhen.

Erkennung

Juckreiz und Hautveränderungen können in Mastbullenbeständen ein Indiz für eine Psoroptesräude sein. Der Nachweis der Milben kann von Ihrem Tierarzt durch mikroskopische Untersuchung eines Hautgeschabsels, das mit einem Skalpell oder scharfem Löffel entnommen wird, geführt werden. Nur mit dieser Methode ist auch eine sichere Unterscheidung der Psoroptes- von der Sarcoptes- (Grabmilbe) bzw. Chorioptesmilbe (Nagemilbe), die ebenfalls bei
Rindern vorkommen und Räude verursachen können, möglich. Auffällig sind der lange, spitze Mundkegel und die langen Beine, die alle in der Aufsicht über die Körperoberfläche der Milben hinausragen und in trompetenförmigen Haftlappen auf langen gegliederten Stielen enden.

Bekämpfung

Neben der Behandlung der Rinder mit geeigneten Präparaten (z.B. aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone mit den Wirkstoffen Ivermectin oder Eprinomectin) ist auch eine Reinigung und Desinfektion der Stallungen sowie der Gerätschaften notwendig.

Der Erfolg einer Behandlung ist auch von der Gründlichkeit und Exaktheit dieser Maßnahmen abhängig, denn diese Milbenart ist in der Lage, über 3 Wochen abseits des Wirtstieres zu überleben. Wichtig ist die Verhinderung des Einschleppens von Räudemilben durch zugekaufte Rinder. Dazu sollten solche Tiere vorbeugend behandelt und in Quarantäneställen untergebracht werden.


Entwicklungszyklus

sarcoptes bovis

      Die Grabmilbe des Rindes

Aussehen: Bei der mikroskopischen Untersuchung eines Hautgeschabsels kann Ihr Tierarzt diese Milbenart an ihrer schildkrötenähnlichen Körperform mit abgerundetem Mundkegel und kurzen Beinen erkennen; nur die ersten beiden Beinpaare ragen über den seitlichen Körperrand hinaus. Männliche Milben werden bis zu 0,3 mm, weibliche bis zu 0,5 mm groß.

Sitz: Während die erwachsenen männlichen Milben auf der Haut des Wirtstieres leben, bohren sich die weiblichen in die Haut ein. Die Räude beginnt meist an Kopf und Hals (Kopfräude) und zeigt dann die Tendenz zur Ausbreitung über den gesamten Körper. Abseits des Wirtstieres können die Sarcoptesmilben bis maximal 14 Tage überleben.

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Krankheitsbild und Schadwirkung

Sarcoptes-Milben kommen weltweit bei Haus und Wildtieren vor, sind jedoch beim Rind seltener verbreitet.

Die Aktivitäten der Grabmilben provozieren beim Wirt eine Abwehrreaktion, die zu vermehrter Hornbildung der Haut führt. Darüber hinaus kommt es zu Haarausfall, starker Krusten-, Borken- und Faltenbildung sowie zu Hautverdickungen („Rhinozeroshaut”) in Verbindung mit hochgradigem Juckreiz.

Bakterielle Sekundärinfektionen der juckreizbedingten Scheuerwunden können das Krankheitsbild komplizieren. Besonders in Jungrinderbeständen kann die Sarcoptesräude seuchenhaft auftreten. Mangelernährung sowie Haltungsfehler und vor allem die Bedingungen der winterlichen Stallhaltungsperiode begünstigen die Ausbildung schwerwiegender Hautveränderungen am ganzen Körper. Die wirtschaftlichen Verluste sind meist erheblich.

Geringere Mastleistung, verminderte tägliche Milchmengen und Entwicklungsstörungen bei Jungrindern werden durch die allgemeine Beunruhigung der Tiere in den befallenen Beständen hervorgerufen. Bakterielle Sekundärinfektionen der Scheuerwunden können z. B. Abszess bildungen oder Euterentzündungen verursachen. Auch über räudebedingte Todesfälle wurde berichtet.

Erkennung

Werden bei den Tieren Hautveränderungen in Verbindung mit Juckreiz beobachtet, kann der Tierarzt in Hautgeschabselproben Milben nachweisen. Dazu muss die Probe mit dem scharfen Löffel so tief entnommen werden, dass Blut austritt, da die Grabmilben in den tieferen Hautschichten leben.

Mit Hilfe der mikroskopischen Untersuchung lässt sich ein Befall mit Psoroptes- (Saugmilben) bzw. Chorioptesmilben (Nagemilben), die ebenfalls beim Rind vorkommen können, von Sarcoptesräude abgrenzen.

Bekämpfung

Neben Wasch- und Sprühbehandlungen, die normalerweise nach 7 bis 10 Tagen wiederholt werden müssen, haben
sich Injektions- und Aufgussverfahren bewährt. Die Applikation von makrozyklischen Laktonen (z.B. Ivermectin- oder Eprinomectin-Präparate) zeigen eine gute Wirkung nach einmaliger Behandlung.

Um einen Bestand milbenfrei zu bekommen, müssen alle Tiere, auch die klinisch gesund erscheinenden, gleichzeitig behandelt werden. In Milchviehbetrieben ist es daher wichtig, ein Präparat einzusetzen, das auch bei laktierenden Tieren verwendet werden kann. Parallel dazu sollte immer eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Stallungen sowie der Gerätschaften erfolgen.


Entwicklungszyklus

Chorioptes bovis

      Die Nagemilbe des Rindes          

Aussehen: Bei der mikroskopischen Untersuchung eines Hautgeschabsels erkennt man die Chorioptesmilben daran, dass sie einen stumpfen Mundkegel und lange, die Körperoberflächeüberragende Beinpaare mit glockenförmigen, auf kurzen Stielen sitzenden Haftlappen besitzen. Erwachsene männliche Milben werden bis zu 0,4mm, weibliche bis zu 0,6mm groß.

Sitz: Die Nagemilben parasitieren auf der Haut des Wirtstieres, wobei hauptsächlich der Kronsaum der Gliedmaßen, der Euterspiegel sowie der Bereich am Schwanzansatz befallen sind (Fuß- und Steißräude).

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Krankheitsbild und Schadwirkung

Die Schwanzräude verursacht häufig Milchviehbetrieben besonders während
der kälteren, feuchten Jahreszeit Probleme. Die Chorioptesmilben ernähren sich von Hautschuppen, die sie mit ihren beißenden Mundwerkzeugen aufnehmen. Die dadurch verursachten kleieartigen Schuppen und Beläge sind die deutlichsten
Krankheitsanzeichen und stellen eine Reaktion der Haut auf die toffwechselprodukte
der Milben dar. Sekundärinfektionen sind selten zu beobachten. 

Meist sind die Veränderungen am Euterspiegel und in der Kreuzbeingegend am augenscheinlichsten. Die Chorioptesmilben werden auch in Hautgeschabseln des Euterspiegels, des Bauches sowie des Sprunggelenkbereiches, in den so genannten Rückzugsgebieten, häufig nachgewiesen.

Während der Stallhaltungsphase in den Winter- und Frühjahrsmonaten tritt die Chorioptesräude verstärkt auf. Nach Beginn der Weidesaison kann sie sogar völlig abklingen, wobei aber die „gesund erscheinenden” Rinder weiterhin Milbenträger sind und die Infektionserreger auch weiter übertragen können.

Die allgemeine Beunruhigung befallener Tiere kann, insbesondere in Hochleistungsbetrieben, zu einem Leistungsrückgang führen. Die Chorioptesräude kommt besonders häufig in Milchviehbeständen

Erkennung

Besteht aufgrund der Hautveränderungen an den typischen Stellen Verdacht auf Chorioptesräude, so kann Ihr Tierarzt durch die Hautgeschabseluntersuchung den Milbennachweis führen und einen Befall mit Sarcoptes- (Grabmilben) bzw. Psoroptesmilben (Saugmilben) abgrenzen.

Bekämpfung

Die Behandlung der Chorioptesräude erfolgt mit geeigneten Antiparasitika, die vorzugsweise mit lang wirkenden
Aufguss präparat vorgenommen wird.

Bewährt hat sich in der Bekämpfung der Steißräude die gleichzeitige Behandlung des gesamten Bestandes; bei der Behandlung der Milchkühe ist ein Präparat ohne Milchsperre, welches z.B. den Wirkstoff Eprinomectin enthält, zu empfehlen. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die Nagemilbe abseits des Wirtstieres bis zu 70 Tage lebensfähig bleibt, demzufolge sind Reinigung und Desinfektion der Stallungen und Gerätschaften unerlässlich.

Bei Zukauf von Tieren in den Bestand muss immer mit der Gefahr der Neuverseuchung gerechnet werden, was durch Quarantäne und vorbeugende Behandlung
neu einzustellender Rinder verhindert werden kann.


Entwicklungszyklus

Linognathus vituli, haemotopinus eurysernus, solenopotes capillatus

                                                             Die Rinderläuse

Die Rinderläuse sind bereits mit dem bloßen Auge recht gut zu erkennen. Sie leben auf der Haut des Wirtstieres, bevorzugt im Kopfbereich, am Nacken, an der Brust sowie auf dem Rücken und an der Innenseite der Beine.

In Europa treten verschiedene Läusearten auf, wobei die Prävalenz sehr unterschiedlich ist.

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Aussehen

Linognathus vituli – die „langnasige” Rinderlaus: Augenlose Laus mit grauem Hinterleib und bräunlich gefärbtem, schmalem Kopf und breitem Brustsegment; dünne Vorderbeine, kräftige Klauen an beiden hinteren Beinpaaren. Größe: 2,5 bis 3 mm

Haematopinus eurysternus – die „kurznasige” Rinderlaus:

Augenlose Laus mit 3 gleichlangen Beinpaaren, Kopf gedrungen (kurznasig); Kopf und Brust sind rot, das Bauchsegment gelb gefärbt. Größe: 2 bis 3 mm 

Solenopotes capillatus – die „kleine blaue” Rinderlaus:

Lange und spitze Krallen an den Vorderbeinen; am Hinterleib an jeder Atemöffnung ein Dorn, an den letzten Segmenten relativ lange Haare, die die Körperoberfläche überragen. Größe: ca. 1,5 mm

Krankheitsbild und Schadwirkung

Die Läuse und deren Entwicklungsstadien (Larven) ernähren sich vom Blut der
Wirtstiere. Da sie die Stichstelle wechseln und deshalb auf dem Wirtstier umherwandern,
verursachen sie starken Juckreiz. Bei massivem Befall kann es bei Jungtieren
sogar zu Blutarmut (Anämie) kommen.

Kolikartige Erscheinungen (starkes Schlagen mit den Gliedmaßen) können auftreten. Der starke Juckreiz führt zu einer erheblichen Beunruhigung der befallenen Tiere und zur Minderung der Milch- und/ oder Fleischleistung.

Erkennung

Aufgrund ihrer Größe sind Läuse sowie deren Entwicklungsstadien bei guter Beleuchtung mit bloßem Auge zu erkennen. Erleichtert wird das Erkennen des Läusebefalls mit Hilfe einer Lupe. Läuse kommen häufig gemeinsam mit Haarlingen vor. Die Unterscheidung ist jedoch eindeutig möglich, da im Gegensatz zu den Haarlingen bei Läusen der Kopf schmaler ist als das Brustsegment.

Bekämpfung

Neben den flankierenden hygienischen Maßnahmen, wie Reinigung und Desinfektion, ist eine Behandlung aller Tiere eines Bestandes oder der in einem abgeschlossenen Stallabteil gehaltenen Tiergruppe erforderlich. Dazu sind Ivermectin- oder Eprinomectin-Präparate geeignet.


Entwicklungszyklus

Bovicola bovis

      Der Rinderhaarling              

Aussehen: Wie die Läuse gehören die Haarlinge zu den Insekten, d.h. sie besitzen drei Beinpaare. An den Gliedmaßenenden befindet sich je eine Klaue, mit der sie sich am Wirtstier festkrallen. Im Unterschied zu den Läusen ist der Kopf bei den Haarlingen deutlich breiter als der Brustabschnitt. Männliche Haarlinge werden bis zu 1,2 mm, weibliche bis zu 1,5 mm groß und können folglich mit bloßem Auge erkannt werden.

Sitz: Haarlinge leben auf der Haut des Wirtstieres, wo sie vor allem im Rücken-, Halsund Kreuzbeinbereich zu finden sind.

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Krankheitsbild und Schadwirkung

In Europa kommen Haarlinge nach wie vor relativ häufig vor. Haarlinge leben
von Haaren, Hautschuppen und Hautdrüsensekreten, was zu einer ständigen,
juckreizbedingten Beunruhigung bei den befallenen Tieren führt. 

Schuppen-, Borken- und Faltenbildung der Haut sind bei der Verwertung der Häute ein Verlustfaktor. Dabei ist zu beachten, dass Haarlingsinfektionen häufig mit Läusebefall und Räude vergesellschaftet sind.

Der Haarlingsbefall wird als ausgesprochene Faktorenerkrankung angesehen, Fütterungs- und Haltungsmängel begünstigen den Befall.

Beträchtliche negative Einflüsse auf Milch- und Mastleistung werden insbesondere in den Wintermonaten bzw. bei ausschließlicher Stallhaltung beobachtet. Bei Weidegang kann es zu klinischer Selbstheilung kommen.

Eine Massenvermehrung der Haarlinge wird nur bei kranken und geschwächten Tieren beobachtet. Darüber hinaus kommt es gerade zu Zeiten, in denen den Tieren Höchstleistungen abverlangt werden (Laktation, Hochträchtigkeit), oftmals zur explosionsartigen Vermehrung der Haarlinge.

Erkennung

Der Nachweis der Haarlinge am Tier kann schon mit bloßem Auge bzw. besser unter Zuhilfenahme einer Lupe geführt werden. Die Untersuchung einer Haarprobe bzw. eines Hautgeschabsels durch Ihren Tierarzt
kann jedoch erst eine Abgrenzung zum Befall mit Läusen bzw. Räudemilben erbringen. Dies ist oftmals auch deshalb sinnvoll, da der sehr häufig vorkommende gleichzeitige Befall mit anderen Ektoparasiten dann erkannt werden kann.

Im Frühjahr sind die Haarlinge bevorzugt an Nacken, Schulter und Lenden zu finden. Im Sommer nimmt die Befallsstärke drastisch ab. Zu dieser Jahreszeit findet man die Haarlinge dann vermehrt an Bauch, Flanken
und Schwanz.

Bekämpfung

Alle Tiere des Bestandes, auch die klinisch gesund erscheinenden, sind mit einem geeigneten Präparat mittels Wasch-, Sprüh- oder Aufgussverfahren zu behandeln. Als Pour-On-Präparate haben sich Ivermectin- und Eprinomectin-haltige Produkte als gut wirksam gezeigt.

Bei Neueinstallungen ist darauf zu achten, dass die Tiere haarlingsfrei in den Betrieb kommen (Quarantäne). Den Haarlingsbefall begünstigende Faktoren sind durch optimale Gestaltung der Haltungs- und Fütterungsbedingungen vorbeugend auszuschalten.


Entwicklungszyklus

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