diagnostik bei atemwegserkrankungen

Für eine Diagnosestellung muss eine Vielzahl von Informationen zusammenfließen:

  • Vorbericht klinische Befunde
  • Ergebnisse labordiagnostischer Untersuchungen
  • Erfolg evtl. eingeleiteter Therapiemaßnahmen

Für die Diagnostik ist unbedingt ein Tierarzt hinzuzuziehen, denn: Eine exakte Diagnose ist die Grundlage für eine wirksame Therapie!

klinische diagnose

  • Körpertemperatur
  • sichtbare Symptome (Husten, Nasenausfluss, „Pumpen“)
  • Lungengeräusche

labordiagnostik

Bei Bestandserkrankungen ist es stets sinnvoll, Proben für die Erregerdiagnostik zu entnehmen und an eine Untersuchungseinrichtung zu schicken.

Die Anzeichen einer beginnenden Atemwegserkrankung sind in der Regel mild und werden leicht übersehen. Fallen die Tiere durch deutlichen Husten und Fressunlust auf, sind die Veränderungen schon sehr weit fortgeschritten und eine wirkungsvolle Bekämpfung beim Einzeltier in der Regel nur noch schwer möglich. Deswegen sind eine gründliche Beobachtung der Tiere und ein rasches Erkennen von ersten Krankheitsanzeichen wichtig!

Virusnachweis

Viren sind häufig nur im Anfangsstadium der Erkrankung nachweisbar. Dafür müssen Nasenzellabstriche mit einem langen Tupferentnahmesystem gewonnen werden. Die Erreger werden im Labor mittels PCR, Immunofluoreszenz oder in Zellkulturen nachgewiesen. Blutuntersuchungen (Serum) ermöglichen den Nachweis spezifischer Antikörper gegen ein Virus. Dazu sind im Abstand von 3 bis 4 Wochen Blutproben zu entnehmen, mit denen ein Anstieg des Antikörpertiters als Reaktion auf die Erkrankung nachgewiesen werden kann.

Bakteriologische Untersuchung

Mit Nasentupfern werden jedoch u. U. nur Erreger aus den oberen Atemwegengefunden, die mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen in der Lunge nichts zu tun haben.

äussere anzeichen (klinische symptome)

akut

  • wässriger Nasen- und Augenausfluss
  • mäßig erhöhte Atemfrequenz und Atmungsintensität
  • Fieber (> 40°C)

subakut

  • schleimig-eitriger Nasenausfluss 
  • Husten
  • erhöhte Atmungsfrequenz
  • Fieber (> 40°C)

chronisch

  • Wechsel zwischen Fieber und leicht erhöhter Temperatur
  • verstärkte Atmung, evtl. Atemnot
  • Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit
  • Inappetenz

bestandsuntersuchung

Bei bestandsweise gehäuften Erkrankungen ist eine weitergehende Abklärung auslösender oder fördernder Faktoren notwendig:

  • Umwelt- und Bestandssituation (z. B. Zukauf, besondere Belastungen, Umstallungen, Impfungen)
  • Haltungs-, Fütterungs- und stallklimatische Bedingungen
  • weitere Erkrankungen (Parasitosen, Durchfall u. a.)
  • Vorbehandlungen
  • Ergebnisse von Laboruntersuchungen
  • Pathologisch-anatomische Veränderungen (Sektion)

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