Atemwege

Jedes vierte Pferd in Deutschland leidet Jahr für Jahr an einer Atemwegserkrankung. Mehr als 10% der Pferde haben sogar chronische Krankheiten der Atmungsorgane. Diese gehören zu den Hauptursachen für Nutzungsausfall und Tötung aus Tierschutzgründen. Jedoch sind durch rechtzeitiges Erkennen, umgehende tierärztliche Behandlung und konsequente unterstützende Maßnahmen des Pferdehalters viele Erkrankungen der Atemwege heilbar. Zumindest werden die Symptome so weit gelindert, dass die Pferde reitbar bleiben und ein tiergerechtes Leben führen können. Die gute Leistungsfähigkeit eines Pferdes beruht auf seinen gesunden Atemwegen – denn Pferde sind Lauftiere und benötigen ausreichend Bewegung.

DIE LUNGE - DAS HOCHLEISTUNGSORGAN

Die Lunge des Pferdes ist ein Hochleistungsorgan – wussten Sie, dass…
… die Atemfrequenz eines gesunden, erwachsenen Pferdes 8 bis 16 Atemzüge in der Minute beträgt?
… ein Großpferd in Ruhe mit jedem Atemzug fünf Liter Luft bewegt (Mensch: 0,5 Liter), in der Minute sind es demnach 60 Liter, an jedem Tag 100.000 Liter?

AUFTRETEN

Husten ist in der Regel ein Symptom, welches durch die Erkrankung der Atemwege hervorgerufen wird. Er hat viele Ursachen wie z.B. Viren und Bakterien; Allergien auf Pilzsporen aus Heu- und Strohstaub, unspezifische Überempfindlichkeit und auch bedingt durch Haltungsfehler.

Ursache

Die Ursachen treten oft gemeinsam auf und bedingen sich gegenseitig. Haltungsmängel leisten beispielsweise Virusinfektionen Vorschub. Diese erleichtern wiederum eine Allergisierung des Pferdes gegen Staub. Daraus kann in der Folge eine chronische Erkrankung enstehen. Aus diesem Grund ist es lebenswichtig für Ihr Pferd, dass Sie alle Symptome einer Atemwegserkrankung ernst nehmen und, gemeinsam mit Ihrem Tierarzt, konsequent bekämpfen. Zudem sollten Sie die haltungsbedingten Ursachen für die Erkrankung schnellstmöglich abstellen.

verlaufsformen

   Es wird zwischen akuten und chronischen Atemwegserkrankungen unterschieden.

akute erkrankung

Akute Erkrankungen werden fast immer durch Viren ausgelöst. Diese Virusinfektion führt an den Atmungsorganen zu entzündlichen Schwellungen in deren Verlauf sich der Durchmesser der Luftwege verringert. Dadurch wird die Atmung erschwert. Zusätzlich zieht sich die Muskulatur der kleinen Bronchien und Bronchiolen durch die Erkrankung zusammen (Bronchialkrampf). Es wird vermehrt dickflüssiger Bronchialschleim gebildet. Der Abtransport dieser großen Schleimmengen kann nicht mehr geleistet werden, somit bleibt der Schleim in den Luftwegen, erschwert die Atmung für das Pferd und bietet Bakterien einen Nährboden. Ohne eine tierärztliche Behandlung kann Husten chronisch werden.

chronische erkrankung

faktoren

Chronische Atemwegserkrankungen bei Pferden entstehen vor allem durch zwei Faktoren:

  • Nicht konsequent behandelte, akute Hustenerkrankungen werden z.B. über eine Allergie gegen pilzsporenhaltigen Staub chronisch
  • Durch die dauernde Belastung eines Pferdes mit der schlechten Luft in geschlossenen Ställen entwickelt sich schleichend eine chronische Atemwegserkrankung.

auswirkungen

Bei einer chronischen Verlaufsform, der sogenannten chronisch obstruktiven Bronchitis (COB), ist die  natürliche Reinigungsfähigkeit der Lunge gestört. Des Weiteren führt ein dauerhafter Bronchialkrampf zur Verengung der Luftwege und erschwert die Atmung. Das Pferd kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff bis in die Lungenbläschen einatmen und ist deshalb in seiner Leistungsfähigkeit mehr oder weniger stark eingeschränkt. Nur durch eine konsequente Behandlung und meist auch eine Haltungsoptimierung kann man verhindern, dass diese Pferde völlig unbrauchbar werden.

therapie

Die Therapie durch den Tierarzt zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig zu unterbrechen. Dafür werden vor allem Medikamente eingesetzt, die den Bronchialkrampf lösen und somit die Atmung wieder normalisieren. Liegt eine zähe Verschleimung vor, benötigt das Pferd zusätzlich noch einen aktiven Schleimlöser wie Sputolysin® oder gleich ein praktisches Kombinationspräparat, das auch den Wirkstoff von Sputolysin® enthält und zudem krampflösend wirkt.

heilung

Die Heilung des akuten, virusbedingten Hustens wird durch eine tierärztliche Therapie beschleunigt:

  • Lösung und Abtransport des zähen Schleims
  • Entkrampfung der Bronchien
  • Entzündungshemmung
  • Stimulation und Unterstützung der körpereigenen Abwehr

Hierbei ist es das Ziel, die Atmung zu normalisieren und chronische oder unheilbare Spätfolgen zu verhindern. Bei akuten Hustenerkrankungen werden vor allem schleimlösende Mittel (wie z.B. Sputolysin®) eingesetzt. Bei einer krampfbedingten Verengung der Bronchien (Bronchialkrampf) sind wirksame Medikamente erforderlich, die diese Verengung gezielt lösen. Zusätzlich müssen die Haltungsbedingungen kritisch geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. 

Weitere Informationen

Weitere wichtige Informationen zu Atemwegserkrankungen, gesunder Haltung und Therapiemöglichkeiten erhalten Sie in unseren Broschüren „Immer wieder Husten“ und „Chronische Bronchitis erfolgreich behandeln“.